Stallausbau

Posted by on Sep 4, 2012 in Baumaßnahmen | Leave a comment

Unser Plan ein freies und vor allem unabhängiges Leben zu leben bekommt gleich mal nen listigen Seitenhieb :) Ursprünglich wollten wir keine Tiere, die uns zu sehr an den Hof binden, da wir auch gerne und vor allem spontan die Welt erkunden. Hund, Pferd und Kuh waren also tabu. Doch dann lernen wir den wirklich netten Bauern Georg kennen, der die an unser Grundstück angrenzenden Weiden bewirtschaftet. Die Familie fährt bereits seit Generationen Gespann und rückt mit ihren Kaltblutpferden Holz und so erfreuen wir uns täglich am Anblick der drei massigen Pferdedamen, samt ihrer 2 kleinen Hengstfohlen, die frech über den Zaun zu uns rüber linsen. Um so schockierter sind wir, als er uns mitteilt, dass die beiden kleinen Buben demnächst auf den Fohlenmarkt kommen. Das Schicksal der beiden ist ungewiss, die Wahrscheinlichkeit, dass sie als Schlachtfohlen enden aber alles andere als gering. Was nun…?  Ein Pferd hat vier Beine, vorne Augen hinten keine… soviel war uns bekannt, mehr aber auch nicht. Wir schweigen das Thema erstmal eine Weile tot. Dann, eines Abends, rutscht es mir beim Abendessen aus Versehen raus: “Du… wir haben doch diesen leeren Stall…” Darauf Tanja: “Du weißt jetzt aber schon, was Du gerade sagst…?”   Telefon raus und alle pferdekundigen Bekannten und Freunde angerufen, die uns einfallen. Unsere Frage, ob es denn empfehlenswert sei, als Pferdenixwisser mal hurtig zwei kleine Kaltbluthengste aufzunehmen, von denen jeder binnen kürzester Zeit 800 Kilo auf die Waage bringen wird, stösst wider Erwarten auf widersprüchliche Meinungen. Von “um Himmels Willen, wollt ihr euch umbringen” bis “warum nicht, jeder fängt mal an” war da alles dabei. Einer unserer Grundsätze ist es nun mal die Dinge immer von der positiven Seite sehen zu wollen und so entschliessen wir uns dafür, die beiden Buben zumindest mal vorm Schlachter zu retten. Wir machen also den Deal perfekt. Wir kaufen die Fohlen zum später ermittelten Durchschnittspreis der Auktion direkt vom Bauern. Er hilft uns im Gegenzug beim Ausbauen des Stalls mit einer großen Pferdebox, in der die beiden nach dem Absetzen von den Müttern erstmal zusammen sein können. Ebenso will er uns mit Rat und Tat zur Seite stehen. Er selbst sieht die Sache auch zuversichtlich. So war unsere allererste Aktion alles für die Pferdehaltung vorzubereiten. Was wir im ersten Moment als Rückschritt für unsere Freiheit betrachtet haben, stellt sich nun aber als wahrer Fortschritt in Sachen Autarkie dar. Unsere Pferde sollen nicht nur Spaß machen und Gras fressen, nein, wenn sie alt genug sind dürfen die sich richtig nützlich machen. Sie werden eine Ausbildung als Zugpferde bekommen und dann Gespanne, oder auch landwirtschaftliche Geräte ziehen. Schauen wir mal was der Bedarf so bringt. Eine Kutsche und einen Pferdeschlitten werden wir ganz sicher anschaffen.

            

Damit die beiden Räuber sich schonmal an ihr neues Umfeld gewöhnen können, dürfen sie zusammen mit den Stuten auf ihrer neuen Weide grasen. Wir wollen ihnen noch ein wenig Zeit bei den Müttern lassen und sie nicht zu früh absetzen. Der Auktionstermin ist ja nun hinfällig.

   

Inzwischen ist fast ein Jahr vergangen. Die 2 Hengstlein, sie heissen inzwischen Ramtha und Gandalf, haben sich eingelebt und sind auch schon ein gutes Stück gewachsen, so das wir eine zweite Box in den Stall bauen. Irgendwann will ja jeder Bub mal sein eigenes Zimmer haben.

      

Unsere Hengtlein fühlen sich in ihren Boxen wirklich wohl, was uns sehr freut. Den ganzen Tag dürfen sie auf die Padock oder die Weide, nachts führen wir sie in die Box. Das ist für den Anfang eine ganz gute Sache, vor allem weil wir auf diese Art viel Umgang mit den kleinen haben. Sie haben die Möglichkeit von uns zu lernen und uns als Führungsperson zu vertrauen, wir haben die Möglichkeit im Umgang mit Pferden zu lernen, ihre Stimmungen und Signale zu verstehen, was ja die Grundvoraussetzung für einen gewaltfreien und harmonischen Umgang mit Pferden ist. Auf diese Weise sind unsere Buben schon in kürzester Zeit halfterführig und auch die Hufpflege oder Tierarztbehandlungen sind überhaupt kein Problem.

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