Gewölbe-Erdkeller

Posted by on Sep 5, 2012 in Baumaßnahmen | Leave a comment

Was tun, wenn man unabhängig werden will, von Strom und fossilen Brennstoffen, gleichzeitig aber große Mengen an verderblichen Gütern lagern will? Natürlich das, was alle getan haben, die verderbliche Güter lagern wollten, bevor es Strom und fossile Brennstoffe gab. Wir bauen einen Lagerkeller. Kühl und gleichmässig temperiert, sommers wie winters, eben wie ein paar Meter tief in der Erde. Und den richtigen Mann dafür haben wir auch schon an der Hand. Unser Maurer Peter. Genau… der, der unser Gewächshaus mal hurtig aufs hundertstel genau hochgezogen hat ist zufällig einer, ders noch drauf hat. Das Mauern von Gewölben, wie vor hundert Jahren.

Als Standort entscheiden wir uns für den kleinen Hang zwischen Haus und Bach an der Südseite. Eigentlich ist die südliche Ausrichtung nicht wirklich optimal, denn der Keller soll ja auch im Sommer kühl bleiben. Dafür liegt er hier sehr nah am Hauseingang, was uns auch sehr wichtig ist. Gegen die Erwärmung kann man etwas tun. So legen wir den Kellereingang hinter einen großen, alten Birnbaum, der in der warmen Jahreszeit viel Schatten spendet. Das gesamte Gewölbe wird etwa 4 Meter tief in die Erde gebaut, so dass wir auch bei komfortabler Gewölbehöhe am oberen Scheitelpunkt noch über einen Meter tief in der Erde sind.

            

Die frei liegende Frontwand mit dem Kellerzugang führen wir zweischalig, mit einem gedämmten Kern, aus und vor die eigentliche Kellertür kommt zur Abschattung noch eine zweite runde und zweiflügelige Tür, etwa wie man es von den putzigen Hobbithäusern aus Herr der Ringe kennt. Der Boden bekommt einen Belag aus gebrannten Lehmsteinen, mit offenen Fugen. Über die Feuchte des Bodens können wir so ein optimales Klima für die Lagerung der Ernte einstellen. Darüber hinaus wird der Keller über ein unterirdisches Belüftungssystem stetig mit frischer und vor allem erdkühler Luft versorgt.

 

                   

Den Bau des Kellers könnte man als spaßige Gewaltaktion bezeichnen. Innerhalb von 10 Tagen haben wir das Gemäuer zu dritt, in sengender Sommerhitze, hochgezogen. Peter kommt nicht mehr vom Gerüst, wir schleppen Steine und rühren Mörtel an, von früh bis spät. Zwischenzeitlich hat es 40 Grad im Schatten. Urplötzlich kommt es zum heftigen Gewitter mit Hagelschauer. Peter will und will nicht vom Gerüst. Wir retten die Pferde und den Peter…

      

Nach 20 Minuten ist alles vorbei und die Sonne bollert wieder was das Zeug hält…

Dann, nach 3 Wochen ist es soweit, der Mörtel ist getrocknet, der Außenputz und die natürliche Dichtschlämme auch. Wir nehmen die Verschalung weg und sind von unserer “Kathedrale” sehr begeistert. Jetzt ist es soweit, dass wir mit Kies auffüllen können

   

Nachdem der Keller mit Kies aufgefüllt und mit Steinen abgestützt ist geht es an das Bepflanzen. Dass der Baum ein idealer Schattenspender ist, kann man auf den folgenden Foto´s gut erkennen

        

Die Türen samt schmiedeeiserner Beschläge und der Regalausbau müssen noch angefertigt werden, die Bilder sind daher nur ein Zwischenstand.

 

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